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Aktuelles Blog

Achtsam reisen: Umwelt & Soziales im Bio- & Wellnesshotel Alpenblick

Ein Kraftwerk unter dem Haus

Höchenschwand nennen die Einwohner «Dorf am Himmel». Auf 1’015 Metern reicht der Blick an klaren Tagen vom Säntis bis zum Mont Blanc – und die Höhenlage bedeutet eben auch: Es wird geheizt. Viel.

Deshalb steht im Bio- & Wellnesshotel Alpenblick ein Blockheizkraftwerk. Ein mit Flüssiggas betriebener Motor treibt einen Generator an; das Kühlwasser des Motors geht mit 85 Grad Vorlauf in die Warmwasserbereitung und den Heizkreislauf. 20 kWh Strom, 42 kWh Wärme, über 8’000 Betriebsstunden im Jahr. Mehr als 80 Prozent des selbst produzierten Stroms bleiben im Haus.

Die Rechnung dahinter ist unspektakulär und deshalb überzeugend: über 30’000 Liter Heizöl weniger pro Jahr.

Dazu kommt vieles, was man nicht sieht. In der Küche wird mit Induktion gekocht – ein Drittel weniger Energie als mit Gas. Fast alle Leuchtmittel im Haus sind LED, im Suitenhaus ausnahmslos. In den Nebenräumen schalten Bewegungsmelder das Licht ab.

Schwarzwälder Quellwasser, sparsam behandelt

Das Trinkwasser in Höchenschwand ist echtes Schwarzwälder Quellwasser. Genau deshalb geht das Haus damit sorgsam um.

Alle Wasserhähne sind mit Durchflussbegrenzern ausgestattet. Fünf Urinale kommen ganz ohne Wasser aus; sie arbeiten mit Membranen. Und für den Garten steht ein 500-Liter-Holzfass, das Regenwasser sammelt.

Auch im Solepool wird gerechnet: Statt Chlorlauge zuzukaufen, stellt das Haus aus Salz per Elektrolyse selbst her, was es braucht – Natrium für den pH-Wert, Chlorit für die Desinfektion, pumpengesteuert dosiert. Der Nebeneffekt ist einer, den man am eigenen Körper merkt: keine roten Augen.

Selbst die Saunen denken mit. Sensoren messen laufend den Sauerstoffgehalt in der Kabine und schalten den Lüfter nur zu, wenn er wirklich gebraucht wird.

Regionale Vielfalt auf dem Teller

Über 80 Prozent aller Lebensmittel im Haus sind Bio-Qualität. Was das konkret heisst, steht nicht in einer Broschüre, sondern auf einer Liste mit Höfen und Adressen.

Kartoffeln, ganze Lämmer und Rinder kommen vom Biohof Vogelbacher. Weidehähnchen vom Steingrubenhof, Gemüse, Kräuter und Salate vom Eulenhof in Dogern, Bergkäse und Joghurt vom Schwendehof. Eier und Rapsöl liefert der Geflügelhof Kaiser, Apfelsaft und Obst der Hof Gasswies, den Honig eine Imkerei aus dem Dreisamtal. Das Bio-Bier braut Rogg. Der Kaffee ist zu 100 Prozent Arabica, bio-zertifiziert und Fair Trade – geröstet bei Schilling in Hohrheim.

Küchenchef Ferdinand Thoma achtet darauf, dass nur heimische Fische auf den Teller kommen und Bio-Fleisch «from nose to tail» verarbeitet wird. Brot backt das Haus selbst, aus heimischem Dinkel, Roggen oder Weizen. Marmeladen und Eissorten ebenso. Und auf der Weinkarte stehen auffällig viele Bio-Weingüter vom Bodensee, aus dem Kaiserstuhl und dem Markgräflerland – dazu, etwas weiter weg, das Weingut Sander in Rheinhessen, Deutschlands ältestes Bio-Weingut.

Ein Detail, das viel über die Haltung verrät: Wer glutenfrei essen muss, bekommt hier trotzdem eine selbst gebackene Schwarzwälder Kirschtorte.

Mülltrennung hinter den Kulissen

«Wir lassen die Gäste den Müll nicht trennen, wir trennen ihn nach dem Einsammeln selbst.» Dahinter steht ein System aus Fachfirmen: Biomüll geht an die Firma Simon, die daraus Biogas herstellt. Verpackungspappe nimmt Netzhammer C&C, Papier die blaue Tonne, Glas und Restmüll übernimmt Remondis, Kunststoff geht in den gelben Sack. Batterien und Leuchtstoffröhren wandern zu speziellen Annahmestellen.

Vermeiden steht dabei vor Trennen – seit Jahren zuoberst auf der Liste.