Menu

Aktuelles Blog

Achtsam reisen: Umwelt & Soziales im HUBERTUS Mountain Refugio Allgäu

Am 14. Januar 2019 erlebte das Haus die Gewalt der Natur hautnah. Balderschwang liegt auf 1’044 Metern in einem Allgäuer Hochtal, umgeben von Bergen – ein Ort, an dem man das Wetter nicht als Kulisse erlebt, sondern als Gegenüber. Dieses Erlebnis, schreibt das HUBERTUS Mountain Refugio, habe das Haus darin bestärkt, achtsamer zu sein und sein Handeln zu optimieren. Beim anschliessenden Um- und Neubau lag der Fokus explizit auf Umwelt und Natur. Heute ist das Haus Partner im Bündnis Klimaneutrales Allgäu 2030.


Zwei Kraftwerke im Haus und kein Heizöl mehr

Die Solaranlage liefert 25 MWh im Jahr. Das klingt nach viel und deckt doch nur rund acht Prozent des Strombedarfs – eine Zahl, die das Haus selbst so nennt, statt sie zu schönen.

Den grösseren Teil leisten zwei Blockheizkraftwerke mit je 49 kW elektrischer und 100 kW thermischer Leistung. Thermisch decken sie etwa die Hälfte des aktuellen Wärmebedarfs. Rechnet man beide Maschinen mit zusammen rund 30 Betriebsstunden pro Tag, kommt man auf etwa 530 MWh – rechnerisch der komplette Jahresbedarf.

Heizöl gibt es im HUBERTUS nicht mehr. Die Wärme kommt primär aus zwei Pelletkesseln, die sich stufenweise selbst ein- und ausschalten. Der zugekaufte Strom stammt von den Vorarlberger Kraftwerken und wird zu 100 Prozent aus Wasserkraft gewonnen. Defekte Leuchtmittel werden nur noch durch LED-Leuchtmittel ersetzt.

Wasser, das im Tal bleibt

Ein Pool auf 1’044 Metern braucht täglich rund 5’000 Liter Frischwasser. Aufs Jahr gerechnet sind das über 1’800 Kubikmeter Trinkwasser – eine Menge, die man sich an einem Berghang erst einmal vorstellen muss.

Das Haus hat dafür die BergQuelle erschlossen. Das Abwasser geht weiterhin in die Kläranlage im Tal, aber die Balderschwanger Quelle wird durch den Poolbetrieb nicht mehr zusätzlich belastet. Auch die Gartenbewässerung und die Toiletten im Mountain Spring Spa laufen über eigenes Quellwasser.

Die Kühle des Badesees heizt im Winter

Die eleganteste Idee im Haus liegt unter dem Wasser.

Durch ein Kollektorfeld unterhalb des Naturbadesees und des Tauchbeckens läuft Kühlflüssigkeit. Im Sommer nutzt das Haus die Kühle dieser Wasserflächen, um den Fussboden in den Saunen herunterzukühlen – der könnte sonst bis zu 60 Grad heiss werden. Im Winter kehrt sich das Prinzip um: Dieselbe Technologie hält das Tauchbecken eisfrei, ohne dass es beheizt werden muss.

Ein System, zwei Jahreszeiten, kein zusätzlicher Energieaufwand. Dazu kommen Wärmetauscher in allen Lüftungs- und Kühlungsanlagen sowie eine automatische Verschattung: Nach festgelegten Parametern fahren die Jalousien vor den Zimmern und dem Spa-Gebäude herunter, was den Kühlbedarf im Spa in den Sommermonaten um gut 20 bis 30 Prozent senkt. Die Tiefgarage kommt dank einer Sondergenehmigung sogar ganz ohne aufwendige Lüftungstechnik aus.

Wasserdampf statt Chemie

Die Zimmer werden jeden zweiten Tag gründlich gereinigt – ohne chemische Mittel, mit Micro-Dampfgeräten und Wasserdampf.

Und im Zimmerbereich Mountain Nest ist aus dem Umbau ein Upcycling-Projekt geworden: Aus wertvollen Altmaterialien entstanden neue Designobjekte. Durch Reduktion und klare Linien, so das Haus, sei dabei noch mehr Ruhe entstanden. Nachhaltigkeit und Gestaltung fallen hier ausnahmsweise zusammen, statt sich zu widersprechen.

Zwei Kilometer zur Arbeit

Die vielleicht ungewöhnlichste Kennzahl auf der Umweltseite betrifft nicht Technik, sondern Menschen: Über 70 Prozent der Mitarbeitenden wohnen im Umkreis von zwei Kilometern um das Hotel. «Walking Distance», nennt das Haus es.

Was doch gefahren werden muss – Gäste- und Mitarbeitertransfers –, legt das Haus mit einem reinen Elektroauto zurück: über 20’000 Kilometer im Jahr.

Produzenten, die man am Berg besuchen kann

Auf den Hochalpen rund um Balderschwang hat sich wenig geändert. Das Gelände bleibt unwegsam, der Raum zu klein für teure Technik, der Sommer zu kurz. Wer hier produziert, tut es unter Bedingungen, die kaum jemand freiwillig wählen würde.

Genau von diesen Menschen bezieht das HUBERTUS. Kälber und Schweine von der Alpe Obere Wilhelmine, Bergkäse von der Alpe Spicherhalde und aus der Dorfsennerei Sibratsgfäll, Ziegenkäse von der Lenzenalpe. Bio-Milch, Bio-Käse und Bio-Rindfleisch vom Theresienhof, Geflügel von Bechters Bio Gans, Bergsaibling aus der Bergfischzucht Gunzesried. Brot, Semmeln und Laugengebäck von der Bäckerei Albinger, Speck und Wurst aus der Genussmanufaktur Moosmann, Wild von der Jagdgenossenschaft Unterjoch, Wein von Wäldar Win.

Eine Liste, die man ablaufen könnte. Und deren eigentliche Botschaft in einem Wort steckt, das auf der Seite steht: Heimatliebe.