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Aktuelles Blog

Achtsam reisen: Umwelt & Soziales im Les Maisons du Clair de la Plume

Dreihundert Meter vom Haupthaus entfernt, am Fuss des Schlosses von Grignan, liegt ein Steinbecken, das schon lange vor dem Hotel da war. Dreizehn Meter lang, fünf Meter breit, 1,10 Meter tief, über dem Boden gemauert. Soweit man im Clair de la Plume weiss, diente es früher als Fischbecken und zur Bewässerung der Nachbargärten. Heute schwimmen darin Gäste.


Wie das Wasser klar wird, ohne Chlor

Das Prinzip klingt einfacher, als es ist: Neben dem Schwimmbereich wurde eine Regenerationszone in den Boden gegraben, hydraulisch vom Becken getrennt. Dort geschieht die Reinigung.

Drei Kräfte arbeiten zusammen – Bewegung des Wassers, Filtration durch Kies, Sand und verschiedene Gesteinsschichten, und Sauerstoffanreicherung durch Pflanzen. Das Haus beschreibt das Vorbild selbst: „Ce système s'inspire des nappes phréatiques" – es ahmt nach, was Grundwasserleiter seit jeher tun.

Der Weg des Wassers ist in zehn Schritten dokumentiert: Es tritt am Boden des Schwimmbeckens ein, läuft über einen Überlauf ab, wandert durch einen Kieselkanal, einen Filter und einen Wirbel in die Regenerationszone, sinkt dort in einen Schacht, arbeitet sich durch Kies, Sand und Gestein, fliesst über in einen zweiten, abgedichteten Bereich, passiert die Pflanzenzone, versickert erneut durch die Schichten – und wird schliesslich zurück ins Becken gepumpt.

Und hier steht der Satz, an dem man die Radikalität dieser Anlage erkennt: Diese Pumpe ist „l'unique pièce mécanique du système". Ein einziges bewegliches Teil in der gesamten Wasseraufbereitung.

Die hygienische Qualität wird von der Agence Régionale de la Santé überwacht. Und weil die Natur ihre Zeit braucht, ist der Zugang zum Schwimmbecken bewusst auf 10 bis 18 Uhr begrenzt – damit die Regeneration nachkommt.

Der zweite Pool, bei der Ferme Chapouton, ist beheizt und wird mit Salz behandelt statt mit Chlor.

Ein Garten, der keinen Regen braucht

Rings um die Badestelle erstreckt sich der Jardin Méditerranéen über rund 1'500 Quadratmeter. Was dort wächst, ist keine zufällige Bepflanzung, sondern eine Auswahl: eine Sammlung von Lavendel, Zistrosen und Rosmarin – und, wie das Haus schreibt, „de plantes ne nécessitant pas d'arrosage à terme".

Pflanzen also, die auf Dauer ohne Bewässerung auskommen.

Eigene Ausbildungsstätte

Nachhaltigkeit endet in Grignan nicht am Gartenzaun. Die Maisons betreiben eine eigene Ausbildungsstätte: L'École, Qualiopi-zertifiziert, gestützt auf 25 Jahre Erfahrung in Hotellerie, Gastronomie und Tourismus.

Ausgebildet wird für zwei französische Berufsabschlüsse, das CAP „Cuisine" und das CAP „Commercialisation et services en hôtel-café-restaurant". Die Zahlen für 2025 stehen offen auf der Seite: 100 Prozent Erfolgsquote beim CAP Cuisine, 100 Prozent mit Auszeichnung, 100 Prozent Zufriedenheit der Auszubildenden.

Bemerkenswerter noch ist das zweite Programm. Gemeinsam mit der Region Auvergne-Rhône-Alpes bietet L'École ab November 2026 eine viermonatige Ausbildung zum „Employé Polyvalent d'Hôtellerie" an – für Arbeitsuchende, durchgehend, kostenlos.

Was daraus wird, ist ebenfalls beziffert: 73 Prozent der Teilnehmenden haben direkt nach der Ausbildung eine Stelle, nach einem Monat sind es 92 Prozent. 98,75 Prozent geben an, mit der Ausbildung zufrieden zu sein.

Was zusammengehört

Ein Becken aus dem 19. Jahrhundert, das ohne Chemie funktioniert. Ein Garten, der ohne Wasser auskommt. Eine Schule, die Menschen ohne Arbeit in Arbeit bringt.

Auf der Website des Hauses steht der Anspruch nicht in grossen Lettern – die Seite „Nos valeurs & engagements" ist bis heute leer. Die Belege stehen anderswo, verstreut über Poolseiten und Ausbildungsprospekte, mit Zertifikaten zum Download.

Vielleicht ist das die ehrlichste Variante: Es wird gemacht, bevor darüber geschrieben wird.